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Steckborn, Obertor

Im frühen Mittelalter wurden die Menschen in grösseren und kleineren Friedhöfen bestattet, die bis in die heutige Zeit genutzt werden, vor allem wenn früh dort schon eine Kirche stand. Ein Beispiel dafür ist die Kirche St. Johann auf Burg bei Stein am Rhein.
Die Toten wurden in Särgen oder auch Tüchern beerdigt, mit dem Kopf gegen Westen. Manchmal legte man ihnen persönliche Gegenstände wie Kleider oder Schmuck, seltener auch Waffen oder Gefässe mit ins Grab. Die Sitte der Beigaben endet unter dem Einfluss des Christentums um 700 n. Chr. Wie die Gräber gekennzeichnet waren, ist nicht bekannt. Dass es Markierungen oder Grabsteine gegeben hat, ist anzunehmen. Die Erinnerung an diese Friedhöfe hat sich mancherorts erhalten in Flurnamen wie "Schelmenacker" oder "Leeberen". Grabfunde aus dem Mittelalter sind häufig die einzigen Quellen für diesen wichtigen Zeitabschnitt unserer Geschichte. Im Thurgau sind heute einige hundert Gräber bekannt.