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Gachnang - Niederwil

Gachnang - Niederwil
Rekonstruktion: AATG, Daniel Steiner

Bereits 1862 entdeckte man beim Torfabbau am verlandeten Egelsee Überreste einer neolithischen Siedlung, was einen Altmeister der frühen Pfahlbauforschung auf den Platz rief: Jakob Messikommer, Landwirt und Antiquar aus Wetzikon ZH. Er grub mit Unterbrüchen bis 1886 immer wieder in der Feuchtbodensiedlung und holte zahlreiche Funde aus dem Moorboden, auch für den Verkauf. Neu und erstaunlich war bei diesen Untersuchungen, dass verschiedene Böden von den Häusern über einander lagen, die sich zeitlich folgten. Der moorige Untergrund hatte auch Holzgegenstände, Gewebe und Geflechte hervorragend konserviert. Nach diesen aufsehenerregenden Ergebnissen blieb es 80 Jahre ruhig am Egelsee. Erst mit der Planung der Nationalstrasse A7, welche dieses Moorgebiet durchschneiden sollte, erwachte wieder das Interesse an der archäologischen Fundstelle. Ebenso gab ein vorgesehenes Absetzbecken im Egelsee für die neue Zuckerfabrik anfangs der 1960er Jahre Anstoss für weitere Forschung. In zwei gross angelegten Grabungskampagnen 1962 und 1963 wurde die einstige Siedlung der Pfyner Kultur systematisch untersucht. Verantwortlich dafür war Harm T. Waterbolk vom Biologisch-Archaeologisch Instituut der Universität Groningen (NL).

Die Ergebnisse dieser Ausgrabungen sind im Band "Niederwil - eine Siedlung der Pfyner Kultur" zusammengefasst

Diese Fundstelle ist eine der vier ausgewählten Pfahlbausiedlungen (neben Arbon, Eschenz und Hüttwilen) im Kanton Thurgau, die seit 2011 zum UNESCO Weltkulturerbe "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" gehören.